Der Auftragskiller

Warum Diction kein elaboriertes Online-Auftragsformular hat? Also, an mir liegt es sicher nicht. Auswahllisten und Ankreuzkästchen finde ich unwiderstehlich. Bei Schiebereglern krieg ich feuchte Hände: so viele Möglichkeiten! Da verbummelt man doch gerne ein bisschen viel Zeit.

Gut, dann erteilen wir den Auftrag doch mal nach allen Regeln der Maschinenkunst.
Erstens, wie gut soll Ihr Text genau werden? Eine massive Verschlechterung ist natürlich auch drin, wozu sollte man sonst den Regler ganz nach rechts schieben können?

Schieberegler

Dann weiter zu den Sprachen. Eine Übersetzung vom Englischen ins Polnische? Come on! Warum ist die Businesswelt eigentlich so entsetzlich spassbefreit? Da stellen wir eine kilometerlange Sprachenliste zur Verfügung, und nie kommt mal ein Auftrag für Lelemi oder Mon.

Sprachen NEU

Dann müsste unser Roboter vom Dienst noch wissen, wie wir Ihr Dokument genau korrigieren und versenden sollen.

Korrekturzusammenfassung3

Moment, das muss ich nochmals lesen. Was ist mit der Korrekturzusammenfassung? Aber egal, wir haben sowieso noch was anderes vergessen: Möchten Sie den Übersetzer zum Abendessen einladen?

Abendessen

Ähm, wo ist das Kästchen mit «Lasst mich gefälligst in Ruhe»?

Okay, okay, kapiert: Sie wollen einfach Ihren Auftrag schnell abgeben, ohne vorher durch ein wildes Suchbildrätsel getrieben zu werden. Und ich gebs ja auch zu: Ein schneller Telefonanruf oder eine kurze E-Mail (gerne auch im Panikmodus wie die Beispiele unten), und unsere Auftragsmenschen wissen mehr, als es die Auftragskillermaschine je könnte.

Panikmails

Gehen wir es also unkompliziert an. Trotzdem schade. Wäre zu schön gewesen, wenn mal jemand «Müll» ausgewählt oder eine Expressübersetzung von Khmer nach Grebo in Auftrag gegeben hätte. Vielleicht setz ich mich bei der nächsten Website-Überholung durch …

PS: Falls Sie mal auf Englisch über die Onlineshopping-Hölle lachen möchten, empfehlen wir Ihnen den britischen Comedian Michael McIntyre.

Elisabeth Rettelbach