Einfach Sprache Laptop

Immer häufiger taucht in verschiedenen Zusammenhängen das Thema «einfache Sprache» auf. Von einer kleinen Nische hat es diese Sprachvariante in den Mainstream geschafft. Nicht zuletzt, weil immer mehr Ämter und Behörden ihre Informationen in zwei Fassungen ausgeben: in normaler und in einfacher Sprache. So soll einerseits das Recht auf Teilhabe am öffentlichen Geschehen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen gewährt sein (Stichwort Barrierefreiheit) und andererseits entstehen positive Nebeneffekte für alle, denen die normale Sprache zu komplex ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Menschen mit Lese- und Schreibschwäche
  • Menschen, die alters- oder krankheitsbedingt in ihrer Lese- und Verständnisfähigkeit eingeschränkt sind (beispielsweise aufgrund einer Hirnverletzung oder Demenz, aber auch Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung)
  • Menschen mit geringen Deutschkenntnissen (beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund)
  • alle, die Mühe mit amtlichen Texten und Fachliteratur haben

Aber erst einmal einen Schritt zurück.

Was ist einfache Sprache überhaupt?

Die einfache Sprache ist eine Vereinfachung des Deutschen und besteht aus kürzeren Sätzen mit einfacheren Worten. Dabei sollen Fremdwörter vermieden oder aber erklärt werden. Die Länge des Texts soll übersichtlich bleiben. Mehrere kurze Sätze ersetzen verschachtelte Sätze mit vielen Nebensätzen. Vor allem aber verwendet die einfache Sprache aktive Satzformulierungen. Und kann so von 95 % der in der Schweiz lebenden Bevölkerung verstanden werden: von allen, die einfache Sprache verstehen und natürlich auch von allen, die mit der Normalsprache kein Problem haben. So kann ein sehr breites Publikum angesprochen und selbständig befähigt werden, die Informationen zu verarbeiten.

Immer mehr unserer Kunden wenden sich für mindestens einen Teil ihrer Kommunikation der einfachen Sprache zu: Das erhöht das Vertrauen der Endkunden, weil sie im ersten Anlauf und ohne Hilfe eines Ansprechpartners unserer Kunden verstehen und selbständig eine Entscheidung treffen können. So wird der Beratungsaufwand deutlich reduziert, und die Leser können schneller zum nächsten Schritt übergehen. Hohes Vertrauen und hohes Verständnis führen in den meisten Fällen zu zufriedenen und vor allem auch treuen Kunden.

Viele möchten also einfache Sprache für Ihre Leser anbieten, wissen jedoch nicht genau, wie sie dabei vorgehen sollen. Es ist ja auch nicht einfach. Wie soll der Text genau aussehen, was muss man beachten? Da sollten am besten Sprachexperten ran! Bei Diction gibts die auch. Wir sind Mitglied bei PLAIN – einer Nichtregierungsorganisation, die weltweit agiert und sich für einfache, klare Sprache einsetzt –, haben interne und externe Fortbildungen durchgeführt und sind so in der Lage, unsere Kunden zu unterstützen, wenn sie

  • Beratung zum Aufsetzen interner Schreibrichtlinien wünschen
  • Texte neu oder umschreiben wollen, für ein neu definiertes Zielpublikum
  • Sicherstellen wollen, dass ihre Texte auch in der Übersetzung in neue Sprachen nichts von ihrer Klarheit verlieren

Akzeptanz im eigenen Unternehmen

Bei allen Vorteilen von einfacher Sprache gibt es nicht nur heitere Punkte. Ein wiederkehrendes Thema ist die Akzeptanz innerhalb des eigenen Unternehmens, wenn die Kommunikation mit den Kunden auf eine Form der einfachen Sprache umgestellt wird: So können wir doch nicht mit unseren Kunden reden!? Um alle Mitarbeitenden mitzunehmen, einzubinden und erfolgreich für den neuen Kommunikationsstil zu begeistern, hilft es sehr, Aufklärungsarbeit zu betreiben. Dazu gehören Themen wie

  • Vorteile für Ihr Unternehmen als Ganzes
  • Vorteile für Ihre Kunden
  • Und nicht zuletzt natürlich auch Vorteile für den einzelnen Mitarbeitenden

Gibt es Nuancenverlust in der einfachen Sprache?

Einfache Sprache verliert ein wenig an Nuancen und an Bildhaftigkeit gegenüber der normalen Sprache: Die Hauptbotschaft bleibt, die Ausschmückungen vermeidet man. Die Frage ist natürlich, wie viel mehr Information der Leser (unbewusst) rein über den Sprachstil aufnimmt. Einen Text voller witziger Wortspiele interpretiert man ganz anders als einen nüchternen Text mit vielen Fachausdrücken. Eine Lösung ist zum Beispiel, dass man in der einfachen Sprache explizit den Grund für den Text nennt, zum Beispiel: «In diesem Text finden Sie sehr wichtige Informationen für xy» oder «Hier finden Sie lustige Ideen für xy». Aber es dauert natürlich, bis man so schreiben kann. Wer über Jahre mit komplexen Themen in komplexer Sprache unterwegs war, braucht etwas Zeit, sich an das Neue zu gewöhnen. Denn auch wenn die neue Einfachheit gewollt ist, bedarf sie nicht zuletzt der Übung, bis man wieder in gewohnter Schnelligkeit E-Mails, Briefe und Schriftstücke verfassen kann.

Oft erreichen uns auch Fragen wie: Darf ich noch Metaphern verwenden? An sich nicht. Ausser, sie dienen dem besseren Verständnis. Denn immer noch gilt, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte. So ist es schwierig zu erklären, wie der Strom aus dem Stausee in den Kühlschrank kommt, ohne Metaphern oder Fachvokabular zu verwenden. Doch wenn ich sage «Der Strom fliesst» ist ein aussagekräftiges Bild da und kann in diesem Fall die Sache sehr wohl vereinfachen.

Kurz gesagt: Einfache Sprache ist immer ein Kompromiss aus dem Recht auf Information, auf Verständlichkeit, und der Lesbarkeit. Die Freude am Lesen soll erhalten bleiben.

Sagen Sie Bescheid, falls wir etwas für Sie tun können. Und sonst: Möchten Sie Ihren eigenen Text auf Komplexität testen? Das geht zum Beispiel hier.

Deborah Palm, Key-Account-Managerin

Foto: Unsplash

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