Passt alles? Tipps für Layout und DTP in Fremdsprachen

Als Grafikerin und Werbetexterin habe ich in meinem Job eine Menge übers Layouten in fremden Sprachen gelernt. Hier einige Tipps fürs perfekte Layout, eine persönliche Top-5-Liste.

1. Spracheinstellung im Kopf ändern.

Textkorrekturen vornehmen, ohne die gesetzte Sprache zu verstehen oder lesen zu können? Hört sich komplizierter an, als es ist. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Was er nicht kennt, ist ihm im ersten Moment suspekt. Aber nur, weil es (noch) fremd ist. Dieser Zustand ändert sich übrigens schnell, wenn bereits vier weitere Sprachen im Postfach warten. Und mit etwas Übung klappt das Switchen zwischen den Sprachen bald im Sekundentakt.

2. Der tut nix! Keine Angst vor asiatischen Texten.

Vielen wird mulmig, wenn sie ein InDesign-File mit asiatischem Inhalt öffnen. Ging mir am Anfang auch so. Aber ich kann Entwarnung geben: Diese Zeichen beissen definitiv nicht. Und der Computer geht auch nicht in Flammen auf, wenn damit gearbeitet wird. Nur Mut! Viele Schriftfamilien sind in InDesign umfassend ausgebaut und machen daher keine Probleme.

3. Die russische Seele braucht Platz.

Viele Sprachen bei DictionNiemand mag Quetschungen. Weder im Leben noch in Layouts. Deshalb ist es bekanntlich eine Kardinalsregel, luftig zu gestalten. Doch bei kyrillischen Schriftzeichen kann einem schon mal kurzzeitig die Puste ausgehen. Es sind gut und gerne fast doppelt so viele Worte wie in anderen Sprachen. Und es gilt, besondere Umbruchregeln einzuhalten. sind Platzprobleme vorprogrammiert. Also heisst es: Schriftgrössen anpassen, Textboxen öffnen – und die russische Übersetzung befreien.

4. Verkehrte Welt: Arabisch.

Hand aufs Herz: Arabisch zu korrigieren ist kein «Schoggijob». Klickt man oben rechts in den Text, springt der Cursor nach unten links. Setzt man ein Wort ein, erscheint es mit Vorliebe an ungewollter Stelle. Schwünge werden gespiegelt. Und ohne Middle-East-Version von InDesign hat man hier wirklich verloren. Der Trick ist der Klick: Seitenverkehrtes Denken, dazu ein bisschen Fingerspitzengefühl – und schon steht das Layout.

5. Offenbleiben.

Gujarati? – Noch nie gehört. Jedenfalls nicht vor meiner Zeit bei Diction. Heute ist das anders. Wo sich so viele unterschiedliche Kunden tummeln, gibts dementsprechend auch unterschiedliche Aufträge. Und immer mal wieder ist etwas ganz Neues dabei. Eine Bedienungsanleitung in Tamil oder ein hebräischer Werbetext zum Beispiel. Offen bleiben und Freude dran haben lautet die Devise.

Manuela Aggeler

 

Bildquelle: pompidoo.com