Homeoffice im Wilden Westen

Hier bei Diction sind wir ja wahre Homeoffice-Meister. Nicht nur in Pandemiezeiten. Aber die meisten Dictionianer leben in der sogenannten «Zivilisation». Wer hingegen in den entlegeneren Strichen Britisch Kolumbiens im Homeoffice arbeitet, ist bemitleidenswert. Nein, wirklich. Da ist zunächst einmal der Umstand, dass der Hund morgens noch weniger aufstehen will als man selber – 5.25 Uhr ist aber auch gemein früh. Der Grund für diesen recht unchristlichen Wecker ebenso wie für die Existenz von Diction International Communication Services Ltd. in Vancouver ist die Zeitverschiebung.

Das mit der Nachtschicht hat Hand und Fuss und Sinn, aber wir hatten bereits ganz am Anfang vor knapp sechs Jahren festgestellt, dass ein kanadischer Arbeitsbeginn um 8 Uhr – also zur selben Lokalzeit wie in der Schweiz –nicht wirklich genügend Überlappung für Teamsitzungen, Weiterbildungen und den Dialog zu Aufträgen lässt. Daher also das Frühaufsteher-Special mit Arbeitsbeginn um 6 Uhr. Davor heisst es aufstehen, Zähneputzen, anziehen, Kaffeewasser aufsetzen, Hund locken, Pillen nehmen, Hund locken, Hundefutter zubereiten, Hund locken, Hund zum Fressen überreden, Kaffee kochen, Hund Gassi führen und mit Hund und Kaffee ins Büro pendeln. Die Pendelstrecke ist ein Killer – das ist mir klar, seit ich eines Mittags mit einer Schüssel koreanischer Nudelsuppe auf dem Tablett die Treppe runtergepurzelt bin. Unten angekommen, hatte ich die Schüssel auf und die Suppe an den Wänden.

Ein weiteres Standortproblem ist der Blick aus dem Bürofenster. Unter derartigen Bedingungen kann kein Mensch arbeiten. Nein, wirklich. Wie soll man sich bei sowas bitte sehr auf Mikrotypografie konzentrieren? Und wenns ganz dumm geht, latschen einem dann noch die Hirschkuh und ihr Kitz durch den Garten. 

Als Erstes ist natürlich der Computer einzuschalten, aber der wichtigste Schritt zum Arbeitsstart ist die Etablierung der VPN-Verbindung – eines passwortgeschützten, privaten und sicheren «Tunnels», der den Homeoffice-Computer mit dem Diction-Server verbindet. Auf den morgendlichen Log-in folgen zwei fixe Programmpunkte: Prüfung des E-Mail-Postfachs und Prüfung des Mitarbeiterkontos im Auftragsbearbeitungssystem TMS. Früher wurden die Aufträge, die man im Lauf des Tages zu bearbeiten hatte, per E-Mail zugewiesen. Seit knapp zwei Jahren geht das per TMS, was das ganze Verfahren erheblich vereinfacht.

Die Bearbeitung der Aufträge unterscheidet sich in nichts von der Auftragsbearbeitung in der Schweiz – dank der VPN haben Mitarbeitende im Homeoffice sämtliche Tools und Hilfsmittel, die im Büro in Buchs zur Verfügung stehen. Hinzu kommen eine Ausgabe des Heuer, unserer Grammatikbibel, ein Laserdrucker und, ganz wichtig im Interesse von Datenschutz und Vertraulichkeit, ein Aktenvernichter, durch den am Ende des Arbeitstags jedes Stück Papier gelassen wird, das im Lauf des Tages bedruckt wurde. Und bedruckt wird einiges, weil wir grundsätzlich bei jedem Text mindestens eine Papierlesung durchführen, aus dem einfachen Grund, dass die Übertragung auf Papier das Schriftbild ändert – wodurch man Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken kann, die einem ansonsten vielleicht nicht aufgefallen wären.

Das Office im Busch (statt in Buchs) kann allerdings gewisse Unterhaltungselemente aufweisen, die anderen Standorten oder eben dem Büro in Buchs abgehen. Inzwischen hat die Highspeed-Kabelverbindung ja glücklicherweise Einzug gehalten, aber Handy-Empfang gibts zum Beispiel nur, wenn man sich ein Alumützchen bastelt und, auf einem Bein auf dem Balkon stehend, das Handy in der linken Hand schwenkt. Man kann auch 300 Meter die Strasse runter an die Bushaltestelle gehen. Das ist einfacher, aber nicht so interessant.

Der Handy-Empfang ist deswegen kritisch, weil in Kanada Telefon-, Kabel- und Stromleitungen samt und sonders überirdisch verlaufen. Kabelgräben Hunderte von Kilometern weit in Granit zu sprengen, übersteigt die jeweiligen Budgets der Provinz- und Distriktsregierungen – daher die Überlandleitungen. Deren Masten bei Sturm oder starken Regenfällen (winters je drei pro Woche in diesen Breiten) gerne einmal umfallen. Wenn das passiert, sitzt man meistens ohne Strom da. Die Reparatur kann, je nach Windstärke, bis zu fünf Tage dauern. Noch kurzweiliger wird es, wenn die Logging-Truck-Fahrer ihre Ladehöhe unterschätzen und beim Versuch, von der Logging-Road auf die Landstrasse abzubiegen, sämtliche Leitungen mitreissen. Der Spass kostet jedes Mal eine coole Viertelmillion Dollar, und die Reparaturen dauern nicht unter drei Tage.

Zudem passiert sowas meist ohne Vorwarnung. Man befindet sich mitten in einem komplizierten, dringenden Lektorat oder einer dito Übersetzung (gern unter Zuhilfenahme einer exotischen Software), und plötzlich ist der Saft weg. Computer, Internet, Telefon, alles. Die Wahl, die man dann hat, ist, entweder das Alumützchen aufzusetzen und sich mit dem Handy auf den Balkon zu begeben, um den zuständigen Projektkoordinator von dem Problem in Kenntnis zu setzen, oder in die Garage zu rennen und den Generator anzuwerfen. Den Superspezialgenerator, der dreimal so viel kostet wie das Feld-, Wald- und Wiesenmodell, dafür aber eine saubere Sinuswelle ausspuckt, die den Vorteil hat, die Elektronik nicht zu frittieren. Immer vorausgesetzt, dass die Zündkerzen nicht verdreckt sind und der Vergaser nicht versumpft ist.

Und so nimmt die Arbeit gelegentlich ein bisschen westliches Pionierflair an, was ja durchaus zu den innovativen Tendenzen von Diction passt. Und ehrlich gesagt, mit oder ohne Stromausfall, der unchristliche Wecker hat durchaus seine Vorteile: Um 15 Uhr ist Feierabend. Und Zeit hierfür:

 

 

 

 

 

 

Sabine Bauer, Deutschteam (in der Nachtschicht)

Wanted: Kontext beim Übersetzen

Ich bin Übersetzerin, und mein Arbeitstag sieht jeden Tag anders aus. Es kommen immer wieder andere Texte von unterschiedlichen Kunden. Texte, die an unterschiedliche Zielgruppen gerichtet sind, Texte, die unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen. Continua a leggere

News zur Terrorismusbekämpfung in der Schweiz

Wieder mal ein spannendes Thema für alle Legal Minds: Spätestens seit den Ereignissen vom 11. September 2001 hat die Angst vor terroristischen Anschlägen zugenommen. Es wird seither weltweit viel unternommen, um Terrorismus auch international zu bekämpfen bzw. präventiv zu verhindern. Beispielsweise wurde im September 2011 in New York das Globale Forum zur Bekämpfung des Terrorismus (Global Counterterrorism Forum, GCTF) gegründet, das Mitglieder aus 29 Staaten sowie der EU umfasst. Die Schweiz gehört dem GCTF ebenfalls an, dessen Ziel es ist, die nationalen und internationalen Bedürfnisse bei der Bekämpfung des Terrorismus festzustellen und Lösungen zu erarbeiten. Continua a leggere

Was ist ein Translation-Memory?

Hören Sie Übersetzer manchmal von Translation-Memory (oder TM) reden? Dann machen Sie als Kunde vielleicht zustimmend «mhm» am Telefon, weil Sie im Moment gar keine Zeit und Lust haben, genauer nachzufragen. Die werden schon wissen, was sie tun. Aber jetzt haben Sie es schon zum hundertsten Mal gehört und wollen endlich Klarsicht: Was ist eigentlich ein Translation-Memory? Braucht man das für jede Übersetzung? Und – hat das alles etwas mit maschineller Übersetzung zu tun?
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Kampf der Geldwäscherei!

Das Problem der Geldwäscherei geht weiter: In jüngster Zeit machte die Danske Bank mit mutmasslichen Verstössen gegen Geldwäschereivorschriften Schlagzeilen. Der Bank wird vorgeworfen, zwischen 2007 und 2015 über ihre Niederlassung in Estland verdächtige Transaktionen in der Höhe von EUR 200 Milliarden getätigt zu haben. Aber auch die Schweiz ist in einen grossen Geldwäschereifall verwickelt. Continua a leggere

Lost in Translation – il friulano come lingua straniera

Non era la lingua dei miei nonni. A casa i miei genitori parlavano un misto di dialetto veneto (mia mamma) e dialetto fiumano (mio papà), quello degli esuli dalmati. Mio nonno paterno, nato nell’Austria-Ungheria e per l’appunto giunto in Italia nel 1947 da Fiume, passata alla Jugoslavia, parlava sette lingue. «Sette lingue, sette gambe» mi dicevano di lui. Continua a leggere

Übersetzungskosten sparen und Zeit gewinnen

Übersetzungskosten sparen! Besonders wenn das Volumen gross ist, freut man sich als Kunde über diese Möglichkeit. Dabei ist es wichtig, zwischen direkten und indirekten Kosten zu unterscheiden. Die direkten Kosten sind unmittelbar erkennbar – der Preis pro Wort, pro Zeile oder pro Stunde für eine bestimmte Leistung. Teilweise sind diese direkten Kosten das einzige Kriterium, das darüber entscheidet, ob ein Auftrag vergeben wird. Dabei darf man aber nicht vergessen: In manchen Fällen, besonders bei kurzen Texten, übersteigen die indirekten Kosten jene der eigentlichen Übersetzung, und manchmal werden sie dem Übersetzungsauftrag gar nicht zugeordnet.

Was sind indirekte Kosten?

Indirekte Kosten entstehen durch die Vor- und Nachbereitung, durch Offertanfragen, durch Rückfragen, durch das Einpflegen von Texten, durch Rechnungsbearbeitung. Kurz, es ist «kost»bare Arbeitszeit, die beim Kunden anfällt. Einige dieser Kosten lassen sich kaum verhindern, aber manche kann man reduzieren und so am Ende insgesamt Übersetzungskosten sparen.

Auftragsmanagement: Zeit und Kosten sparen

Ein Beispiel: Jemand beauftragt eine Übersetzung, ohne gleich die Rechnungsinformationen an den Sprachdienstleister weiterzugeben. Vor der Verrechnung wird also nachgefragt, auf welche Kostenstelle die Übersetzung zu verbuchen oder für welche Firmendaten sie auszustellen ist. Das ist zusätzlicher E-Mail-Austausch. Das gleiche gilt für Offerten, die hin- und hergeschickt werden. Gibt es dann noch weitere Abteilungen oder Mitarbeitende in der gleichen Firma, die ebenfalls Übersetzungen bestellen, kommt irgendwann ganz schön viel administrative Zeit zusammen.

Geht das auch schneller und unkomplizierter? Ja, zum Beispiel durch die Nutzung von effizienten Auftragsportalen, die Arbeit abnehmen und Schritte automatisieren. Beim Diction-Kundenportal können bestimmte Rechnungsdaten schon fix hinterlegt und beim Auftrag automatisch mitgeschickt werden: keine Rückfragen mehr! Dass bei unserem Kundenportal jeder Nutzer ein eigenes Log-in hat und dass dadurch alle möglichen Bestellsituationen (Kostenstelleninformationen pro Abteilung usw.) definierbar sind, ist selbstverständlich. Ebenso braucht es für eine Richtofferte keine zeitraubenden E-Mails mehr. Die Antwort auf Ihre Anfrage wird gleich nach dem Hochladen der Dateien innerhalb weniger Sekunden angezeigt. Und falls Sie es noch einfacher mögen: Unser Portal ist in einer individualisierten Version auch via SSO (Single-Sign-on-Schnittstelle) erreichbar. Der Nutzer meldet sich dann im Portal buchstäblich mit einem Klick an.

Schnittstelle: Sofortige Verbindung, wenig Aufwand

Wenn es noch schneller gehen soll, lassen sich Schnittstellen wie unser Diction-Connector nutzen. So kann direkt von Ihrem System aus ein Auftrag für Übersetzungen ausgelöst werden. Es entfallen sämtliche manuellen Schritte für das Zusammenstellen und Zusenden der Daten und auch das anschliessende Zurückimportieren der Texte. Zum Einsatz kommen hier ganz einfach Plug-in- oder Add-on-Lösungen für CMS sowie für DAM-, PIM- oder E-Commerce-Systeme. Ebenso unterstützt unser Connector so gut wie alle Middlewares als Vermittler zwischen Ihrem und unserem System. Falls Sie es gerne technisch mögen (oder Sie Ihren IT-Experten auf uns ansetzen wollen), finden Sie hier die ausführliche technische Dokumentation unserer API-Schnittstelle.

Dateien: Manche lassen sich schneller bearbeiten

Zeit sparen, wie noch? Hier mal ein kleiner Geheimtipp ohne Technologie: Häufig werden Texte als PDF-Datei verschickt. Das scheint die schnellste und praktischste Lösung zu sein. In Wirklichkeit brauchen Sprachdienstleister aber für PDFs mehr Zeit für die Vorbereitung und Bearbeitung. Und Sie als Kunde haben ebenfalls Aufwand, falls Sie das Ergebnis noch in eine finale Form bringen oder in ein Programm einpflegen möchten. Auch die Fehleranfälligkeit beim Kopieren ist grösser als bei anderen Formaten. Natürlich bearbeiten wir sehr gerne jede Art von Dateien, auch PDFs. Sie sind der Boss! Aber falls Sie Ihren Auftrag so schnell wie möglich möchten, empfehlen wir offene Dateiformate oder Word-Dokumente, die direkt bearbeitbar sind. Neben Microsoft Office gibt es da eine ganze Palette von Formaten, zum Beispiel InDesign-Files, PO-Dateien, XLIFF-Daten oder Exporte aus CMS. Die Vorteile für beide Seiten: kein manuelles Kopieren oder Einpflegen der Daten. Das spart Zeit und mindert Risiken – zum Beispiel, wenn Sie sonst Texte in Ihnen völlig unbekannten Sprachen bei sich einpflegen müssten.

Falls Sie Übersetzungskosten sparen möchten, geht es also um viel mehr als nur um den Zeilen- oder Stundenpreis. Und das Budget freut sich, wenn beide Seiten bei der Vor- und Nachbereitung Aufwände sparen.

Interessiert am Diction-Portal oder dem Diction-Connector? Rufen Sie uns einfach an!

Bruno Ciola, Leiter Terminologie und Übersetzungstechnologien

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Texten: Worte finden, nach denen andere suchen

Nein, so anmutig kleckst man als Texterin nicht – oder vielleicht nur selten – die Ideen aufs Blatt Papier. Vielmehr ist es der ungeduldig vibrierende Bildschirm, der einen Schaudern macht, fehlt der zündende Gedanke, der selbst dunkelste Welten erhellende Geistesblitz. Denn hatte man fernab des Schreibtischs noch geglaubt, über alles, ja, ÜBER EINFACH ALLES schreiben zu können, so packt einen alsbald reuevolle Demut, will sich die göttliche Eingebung auch nach Stunden der Andacht nicht zu einem herablassen.

Aber zum Glück sind wir in aufgeklärten Zeiten nicht allein auf den göttlichen Support angewiesen. Wir sind Texter aus Leidenschaft, das allemal. Ausserdem haben wir das Handwerk gelernt, verfügen über ein entsprechendes Werkzeug, viel Übung und im besten Fall natürlich über ein Talent, Worte zu finden, die sich nicht nur gut anhören, sondern auch überzeugen und womöglich gar dem einen oder anderen zu Herzen gehen. Zumindest aber Interesse wecken.

Jedenfalls, ganz egal, ob der kurz und knackig formulierte Slogan, der Glück, Glanz, Glorie oder was auch immer verheissende Flyertext, die informationsgespickte Unterweisung für hochglänzende Broschüren oder die auf Du und Du geführte Korrespondenz in den eiligen Netzen: Für jeden Texter gilt es, mit Hilfe von Wörtern Worte zu finden für eine Kund- und Käuferschaft, die auf jeden Fall verstehen oder zumindest ahnen soll, was ihr blüht: eine Verlockung – und ein Versprechen.

Texten: Eine Geschichte wert

Dabei braucht jeder noch so spröde Inhalt eine Geschichte. Das ist vermutlich der einzige, zumindest der wesentliche Kniff beim Schreiben eines Textes. Und die grosse Schwierigkeit. Eine jeweils eigene Dramaturgie zu schaffen, die das vorgegebene Sujet mit Worten zum Leben erweckt, den Leser fesseln und überzeugen kann, ihm die Botschaft – und sei sie noch so profan – als eine Erkenntnis übermittelt, die ihm eine «neue Welt» eröffnet (ob tatsächlich oder nur scheinbar lassen wir dahingestellt). Dafür muss das, was es zu betexten gilt, für den Leser greifbar werden … oder auch unerreichbar bleiben – tja, schon wieder so ein Spagat. Das Produkt – sei es eines zum Anfassen, Anziehen, Aufbrauchen oder einfach nur zum Anstaunen (weil für manch einen womöglich unerreichbar und fern) braucht ein «Woher» und ein »Wohin». Es bedarf sozusagen einer eigenen Genealogie, die sein Erscheinen in der Welt des Begehrens rechtfertigt, und eine Zukunftsprognose, die dem potenziellen Kunden im Hier und Jetzt verheisst, wovon er bitteschön zu träumen wagen soll.

Doch der Ton macht die Musik

Beim «Erfinden» einer solchen Geschichte ist entscheidend, die passende Tonalität zu finden, den «Sound», der die Atmosphäre – ganz unabhängig von den harten Fakten – schafft und bestimmt. Wem erzähle ich meine Geschichte? Wen will ich erreichen? Wen dazu verführen, mir über kurze und auch über lange Zeilen seine Aufmerksamkeit zu schenken? Und wie ist dann der Ton zu wählen? Direkt und offensiv oder bedachtsam und zurückhaltend? Jung, dynamisch, mit Saltos oder episch, bedacht und mit Ruhe? Nah am Leser, empathisch oder fremdartig, um im besten Fall Neugier zu erwecken? Spielerisch oder faktenreich? Zumutung oder Versprechen? – Äonen von Möglichkeiten tun sich da auf …

Und ja, schaut man sich die Historie einzelner Produkte samt deren Betextung an, so findet man ebendiese Vielfalt und Wandlungsfähigkeit natürlich wieder: War sich etwa das bodenständige «Persil. Da weiss man, was man hat.» in den Siebzigerjahren seines Marktwerts ohne grosser Worte gewiss, sind es nach der Jahrtausendwende «Mega-Caps», «Duo-Power» und «Power-Mix», die waschwillige Kunden ohne Zögern zu «perfekter», «strahlender» und «aktiver Reinheit» führen.

Der Ton ändert sich – entsprechend der Neuinterpretation des Produkts und seines Images, gemäss der Adressaten und einfach sowieso über die Jahre. Fazit: Wo also der rechte Ton nicht tönt, da lässt sich kein konsumierender Lauscher nieder … bzw. macht kein Beifall klatschender Tweet die Käuferrunde.

Doch: Am Anfang war das …

… ja, was? Um konkret zu werden, was den Ablauf beim Texten angeht: Eigentlich läuft dies stets nach dem gleichen Muster ab, einem Vorgehen, das sich mit Abweichungen über die Jahre bewährt hat. So erfolgt als erstes das Briefing durch den Auftraggeber, woraufhin der vorliegende Content gesichtet wird. Man recherchiert und sammelt Stoff, schaut, was es beim Kunden selbst, aber auch andernorts zum diesem Thema gibt und gab. Hierbei schafft und ordnet man sich bereits seine kleinen Stapel: a) Fakten, b) Meinungen, c) Sonstiges – (oder so ähnlich). Dann endlich folgt der Teil, der am meisten Spass macht, die Phase mit dem euphorischen «über einfach alles» (siehe oben): das sogenannte Brainstormen, bei dem jeder Gedanke erlaubt ist, alle Assoziationen gewünscht sind und (fast) keine gedanklichen Abwege unterbunden werden. Hier darf erst einmal einfach alles aufs Papier. Einzelne Wörter, Gedankenfetzen, grob und krude formulierte Ein- oder Ausleitungen, Wortbilder, Zitate … Kristallisiert sich hier schon ein bestimmter Tonfall heraus: Bravo!, und noch dazu eine Art Geschichte: Sapperlot!

Es folgt das Anlegen einer Struktur und die Gliederung, wenn es sich um eine umfangreichere Textform handelt. Dann heisst es «schlicht»: texten, überarbeiten, texten, überarbeiten, überarbeiten, überarbeiten … Steht der Text, freut man sich und legt ihn, wenn die Zeit es erlaubt, beiseite. Denn das Überarbeiten nimmt in der Regel nach solch einer Reifungsphase kein Ende. Doch ist auch diese Zeit abgelaufen, übergibt man Lektorat und Korrektorat vertrauensvoll in die Hände sachkundiger, kritischer und (hoffentlich)!) wohlmeinender Kollegen. Und man hofft, der Text findet wiedererkennbar zurück auf den eigenen Schreibtisch. Schliesslich versendet man ihn und fiebert nun nur noch der Antwort des Kunden entgegen. Wie sie auch ausfallen mag, man wünscht sie sich schnell.

Denn auch wenn es, wie eingangs erwähnt, ein geübtes Handwerk ist, so ist die Entstehung eines Textes jedes Mal aufs Neue eine Unternehmung, die einem Abenteuer gleicht. Ein Abenteuer, dessen jeweils ureigene Geschichte sich bestenfalls im Text wiederfindet, die ihn einzigartig und lesenswert macht – und das nicht nur für den Schreiber selbst.

Werbung selbst erfahren

Dass sich «wahre» Geschichten hinter auf den ersten Blick noch so banal daherkommenden Texten verbergen, beweist die kleine Anekdote über einen berühmten Kollegen:

Für seinen verheissungsvollen Slogan «Ein Auto, in dem man überlebt» wurde kein Geringerer als Bertolt Brecht vom Automobilhersteller Steyr mit einem neuen Fahrzeug entlohnt. Ob ein solcherart beschriftetes Werbebanner heute noch den Nerv einer potenziellen Käuferschaft träfe, lassen wir einmal dahingestellt sein. Interessant ist aber, dass diese Werbelosung bereits das Resultat eines Folgeauftrags war, denn der in Geldnot geratene junge Brecht hatte Steyr vormals folgenden Handel unterbreitet: «Biete Werbegedicht, möchte Straßenkreuzer». Steyr, der sich darauf einliess, erhielt vom Dichter folgende Zeile: «Unser Motor ist: Ein denkendes Erz» … und überstellte ihm ohne Murren das ausgehandelte Fahrzeug. Eben dieses jedoch steuerte der jugendliche Held alsbald in den Graben und fuhr es zu Schrott … Selbst hatte aber überlebt. Et voilà, der neue Slogan (siehe oben) hatte sich quasi schon von selbst geschrieben.

Christine Traber

Foto: Pixabay

Grösserer Schutz für Whistleblower

Edward Snowden war zwar nicht der erste Whistleblower (vor ihm gab es z. B. Daniel Ellsberg, der 1971 die Pentagon-Papiere veröffentlichte), er hat jedoch einen der grössten Datenschutzskandale der heutigen Zeit losgetreten: In seiner Funktion als IT-Mitarbeiter bei den amerikanischen Geheimdiensten Central Intelligence Agency (CIA) und National Security Agency (NSA) hatte er Zugriff auf geheime Dokumente und Informationen. Continua a leggere

Die Diction-Gesundheitswoche

Vom 6. bis zum 10. Mai 2019 fand die erste Diction-Gesundheitswoche statt. Was ist eine Gesundheitswoche? Und wie kam ich auf die Idee, so etwas bei Diction anzubieten? Das Thema Lebensqualität am Arbeitsplatz ist nun seit einigen Jahren ein Anliegen von Diction und gehört zu meinen Aufgaben.

Ein bisschen gesund waren wir schon vor der Gesundheitswoche

Fleissig an Stehtischen

Bisher habe ich diverse Kurse organisiert und teilweise geleitet. Diese wurden immer mal wieder zwischendurch angeboten. Mal ging es um Visual Training, mal um Yogaübungen fürs Büro oder auch um Zeitmanagement. Zudem nutzen wir im Büro schon seit Jahren hoch- und runterfahrbare Schreibtische, an denen man gut im Stehen arbeiten kann, sowie ergonomische Schreibtischstühle. Aber konnte man vielleicht noch mehr tun? Als ich mir mit der Geschäftsleitung letztes Jahr Gedanken über die Themen für 2019 machten, schlug ich eine Gesundheitswoche vor. Eine ganze Woche lang unsere Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen, würde sicherlich gut ankommen. Ich hatte bereits einige Ideen, um diese Woche so attraktiv wie möglich zu gestalten, und bald hatte ich zusammen mit der Geschäftsleitung ein tolles Programm zusammengestellt. Zumindest auf dem Papier. Jetzt musste es nur noch in der Praxis einschlagen.

Wann und wie soll die Sache steigen?

Unser Homeoffice-System ist toll, machte aber die Planung nicht gerade einfach. Vom Zeitpunkt her war die EU-Woche im Mai perfekt: Die meisten Mitarbeitenden würden einen oder

mehrere Tage lang in Buchs sein und von dem umfassenden Angebot profitieren können. Der nächste Schritt für mich bestand darin, zu schauen, welche Aktivitäten wir intern und welche durch externe Dienstleister abdecken konnten. Ich freute mich sehr, dass einige Mitarbeitende eine aktive Rolle übernahmen und beispielsweise Powerwalking nach der Arbeit, Spaziergänge am Mittag, Gymnastik im Büro und Bowling am Abend (ist doch auch Sport :-)) anboten. Ferner wollte ich eine örtliche Krankenkasse einbinden und wurde schnell fündig: Ich entschied mit für einen Vortrag zum Thema «Mehr Bewegung» im Alltag.

Powerwalking nach Feierabend

Bowlingabend

Mittagspausenspaziergang am Wasser

Gesund, gesünder, am gesündesten

Apropos Alltag, ich wandelte auch unsere Snackbar in eine Fitbar um. Auch sonst steht da zwar ein Fruchtteller, aber so inmitten von Süssigkeiten haben die Äpfel und Birnen normalerweise nur schlechte Chancen. Chips und Co wurden in der Gesundheitswoche also einfach mal versteckt, und den Mitarbeitenden stand eine Woche lang eine schöne Auswahl an gesunden Snacks zur Verfügung. Die Krönung bildete der Smoothietag am Freitag. An diesem Tag bereitete unser HR-Praktikant leckere Smoothies für alle zu. Klar vermissten einige Kollegen die Chips und die Milchschokolade, aber auch die haben die Gesundheitswoche gut und mit Spass überstanden – wer braucht schon Süsskram, wenn es zur Ablenkung Bowling mit netten Arbeitskollegen und Smoothies zur Stärkung gibt. Es geht eben auch mal anders. ;-)

Smoothies zum Ausklang der Gesundheitswoche

 

Ich blicke mit sehr viel Freude auf unsere erste Gesundheitswoche zurück. Sie war ein voller Erfolg. :-)

Natacha Szkudlarek