Integration der anderen Art

Normalerweise denken wir bei Integration ja an Menschen, die sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden wollen oder müssen. Aber was ist eigentlich mit Tieren? Die machen nicht einfach alles mit, kann ich euch sagen. Durch den Umzug meines Partners zu mir in die Schweiz ergab sich zu all den Behördengängen eine zusätzliche Herausforderung: Mia, die fränkische Katze meines Partners, sollte natürlich mit in die Schweiz ziehen.

Also erst mal ganz viel Stress für die arme Mia: Zum Tierarzt, viele Untersuchungen und Impfungen ertragen, und dann auch noch die Trennung von zwei alten Katerfreunden aus demselben Haus. Meine beiden Katzen Lilli und Krümel sind nun schon einige Jahre in der Schweiz und haben sich an das Klima (und die Sprache) gewöhnt.

Alle Bekannten haben uns Angst gemacht, dass eine Menge schiefgehen kann, wenn eine fremde Katze zu zwei anderen dazu geholt wird. Mein Partner und ich hatten schon Alpträume von drei wild in der Wohnung herummarkierenden und streitenden Katzen. Dann wiederum hatten wir gehört, dass die Zusammenführung kein Problem sein sollte, wenn alle drei Katzen in eine neue Umgebung kommen. Da wir die Zusage für eine tolle Wohnung erhalten hatten, konnten wir nur hoffen, dass das stimmte. Nun ging jedenfalls die grosse Planerei los: Wann genau ist Umzugstermin? Wer von uns fährt nach Unterfranken und holt Mia? Wann zügeln wir Lilli und Krümel?

Katzen Integration

Integration erfolgreich.

Nach dem grossen Tüfteln kam dann die Umsetzung. Wir konnten die Eltern meines Partners überreden, mit Mia die Fahrt in die Schweiz in Angriff zu nehmen, während wir vor Ort den grossen Umzug durchziehen würden. Um 15.30 Uhr am Umzugstag kam dann der Anruf, dass Mia es über die Grenze geschafft hatte und sie sich nun mit Krümel und Lilli in der neuen Wohnung treffen «wollte». Zehn Minuten wartete ich mit Krümel und Lilli in der Transportbox vor der neuen Wohnung im Hausgang. Sobald Mia auch da war, haben wir alle drei Katzen gleichzeitig in die Wohnung getragen, in der ein neuer Kratzbaum, neue Katzentoiletten und neue Näpfe warteten, und zeitgleich die drei Türchen geöffnet.

Mia, die noch völlig fertig von der langen Autofahrt war, schlich sich direkt aus dem Transportkorb und versteckte sich im TV-Möbel. Lilli hingegen flitzte gleich los und bewunderte die gesamte Wohnung. Krümel schliesslich beobachtete über eine Stunde lang nur die Umgebung.

In den nächsten Tagen zeigte sich dann, dass die Sorge bezüglich Markierungs- und sonstigem Dauerstreit unter den Katzen überflüssig gewesen war. Die drei Mädels verstanden sich ziemlich schnell super und fressen jetzt sogar hin und wieder ganz brav zu dritt nebeneinander an den Näpfen. Integration gelungen!

Und die Sprache? Das einzige Problem, das ich noch habe, ist, dass ich mit Mia fränkisch und mit den anderen beiden Katzen immer noch Kölsch spreche (da Lilli und Krümel ursprünglich aus Köln stammen), obwohl ich doch Schweizerin bin. Könnt ihr euch vorstellen, wie amüsant das klingt, wenn ich telefoniere und dann mit einer der Katzen schimpfe? Da hat schon manch einer gelacht.

Isis Nigg