Tipps für dein Praktikum im Übersetzungsbüro

Du suchst ein Praktikum als Übersetzer bzw. als Lektor? Dass Rechtschreibfehler in der Bewerbung oder Comic Sans als Schriftart tabu sind, ist klar. Auch dass man beim Vorstellungsgespräch nicht zu spät kommen sollte, muss ich wohl nicht mehr erklären. Stattdessen habe hier ich ein paar Tipps für die Bewerbung und den Alltag im Übersetzungs- und Lektoratsbüro zusammengestellt, die du vielleicht noch nicht ganz so oft gehört hast:

  1. Quelle: http://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/stellenangebote-und-praktika/praktikum/Nutze jede Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Ich habe zum Beispiel bei einer Fortbildung eine Diction-Mitarbeiterin kennengelernt, die mir erzählte, dass Diction gerne Praktikanten anstellt. Ich habe das Unternehmen sorgfältig recherchiert und mich erfolgreich beworben. Melde dich also bei Berufsverbänden (Schweiz: ASTTI, Österreich: UNIVERSITAS, Deutschland: BDÜ) an und geh fleissig auf Fortbildungen (ich war bei einer «Einführung in die Elektrotechnik») …
  2. Bewirb dich nicht nur im Inland. In Österreich hatten beispielsweise meine nicht deutschsprachigen Studienkolleginnen gute Chancen, da ihre Muttersprache sehr gefragt war. Und für dich als Praktikant im Ausland gibts Sprach- und Kulturerfahrung inklusive. :-)
  3. Melde dich auch bei Unternehmen, die in anderen Bereichen international tätig sind. Unternehmen im Bereich Technik suchen zum Beispiel oft technische Redakteure. Da muss man sich natürlich für das Thema interessieren, lernt aber auch sehr viel – und beim Übersetzen ist es ja bekanntlich hilfreich, wenn man sich in bestimmten Fachgebieten gut auskennt. Aber Achtung: Bei diesen Unternehmen muss man dem Personaler eventuell ein wenig auf die Sprünge helfen, in welchen Bereichen man eingesetzt werden könnte (Terminologie- oder Übersetzungsmanagement, technische Redaktion, Sprachenpflege usw.), damit die E-Mail nicht ins Leere geht.
  4. Informiere dich ausführlich über das Unternehmen – zum Beispiel auch auf den sozialen Medien – und nimm in deiner Bewerbung auf die Bereiche Bezug, in denen das Unternehmen hauptsächlich arbeitet. So gehst du sicher, dass sich beide Seiten für dieselben Themen interessieren und dein Praktikum nicht uninteressant wird.
  5. Zeige Eigeninitiative. In jedem Unternehmen gibts mal stürmische Zeiten, in denen sich dein Betreuer nicht so sehr um dich kümmern kann. In so einer Situation kannst du zum Beispiel interne Richtlinien oder Arbeitshandbücher durcharbeiten. Auch den Duden (den besten Freund des Deutschlektors oder -übersetzers!) gibts ja noch zum Stöbern – diese Beschäftigung ist übrigens weit unterhaltsamer, als man denken könnte. :-) Vielleicht freuen sich auch andere Mitarbeiter über deine Unterstützung. Frag doch einfach mal, wo du helfen kannst – so lernst du auch die Abläufe und Zuständigkeiten im Unternehmen kennen.
  6. Schau deinen Kollegen über die Schulter. Oft macht man bestimmte Sachen umständlicher als Mitarbeiter, die schon länger dabei sind. Da ist es schon mal hilfreich, neugierig zu sein und die anderen auszufragen, wie sie etwas machen. So bekommst du wertvolle Tipps und zeigst Interesse!
  7. Mach eine persönliche Checkliste, in der du auch das Feedback einarbeitet, das du bekommst. So eignest du dir Routine an und kannst beim nächsten Mal Wiederholungsfehler vermeiden – zum Beispiel, dass die von Duden empfohlene Schreibweise «Potenzial» ist und nicht «Potential». Gerade bei einem Gedächtnis wie meinem ist das sehr hilfreich …

Kurz zusammengefasst: Arbeite so, dass sie dich vermissen, wenn du weg bist. :-) Viel Spass!

Sabrina Fröwis, Praktikantin

 

Foto: wm.baden-wuerttemberg.de